Geschichte

Die Gründung unserer Verbindung erfolgte in einer Zeit der heftigsten Angriffe gegen das katholische Farbstudententum. An der Tierärztlichen Hochschule keilten bis zur Gründung Rugiae verschiedene CV-Verbindungen, so auch Norica und Rudolfina. Doch es war wünschenswert, den Cartellverband (CV) an dieser stark national orientierten Hochschule zu stärken.
Die erste Initiative zur Gründung einer Tochterverbindung ging von unserem Stifter Anton Kapfinger v. Küon aus. Anton Kapfinger war Beamter in der Versicherungsanstalt der österreichischen Bundesländer. Da gerade fünf Rudolfinen an der Tierärztlichen Hochschule inskribiert waren, wurden sie von Kapfinger als Gründungsburschen ausersehen. Es waren dies die Bundesbrüder Franz Brandstetter, Franz Lichal, Rudolf Petioky, Adolf Pitsch und Hermann Schöpf.

 

Gründung 1908 bis 1. Weltkrieg:

Am BC Rudolfinae am 20. Juni 1908 wurde unter großem Jubel über Antrag Kapfingers der einstimmige Beschluss gefasst, eine Tochterverbindung an der Tierärztlichen Hochschule zu gründen. Im Laufe des Sommers wurde eine Bude im Haus Wien III, Ungargasse 22 geschaffen und mit großer Unterstützung Kapfingers eingerichtet.

Auf der 44. CV-Versammlung in Düsseldorf, 1908, wurde Rugia in den Cartellverband aufgenommen.

Im Sommersemester 1911 erfolgte die Gründung des Vereines „Rugiaheim“ (heute „Rugenburse“) durch den Stifter Kapfinger. Dieser Verein sollte durch die Gewinnung von der Verbindung nahe stehenden Personen als Mitglieder zur Ausgestaltung der Bude Mittel aufbringen. Da die Bude für die sich rasch vergrößernde Verbindung zu klein geworden war, musste an die Beschaffung eines neuen, größeren Verbindungsheimes geschritten werden. Es wurde in nächster Nähe, im Haus Wien III, Ungargasse 17, gefunden. Zu Beginn des Wintersemesters 1911/12 wurde die neue Bude bezogen.

 

ZWISCHENKRIEGSZEIT:

Erst im WS 1918/19, nach Beendigung des Krieges, wurde ein bescheidener Betrieb wieder aufgenommen. Der Krieg hatte von der Verbindung große Opfer gefordert. Infolge der herrschenden Not der Nachkriegszeit konnte sich erst im SS 1919 das Verbindungsleben etwas günstiger gestalten.

Durch die Vermittlung Gen.Dir. Dr. Habich, Nc, wurden Wien l, Judenplatz 5, geeignete Räume gefunden, die nach den Plänen Bbr. Haball v. Großglockner (Nc, Bandphilister h.c.) eingerichtet wurde. Mit der Verlegung der Bude wurde auch die Stellung Rugiae als Fachverbindung an der Tierärztlichen Hochschule endgültig aufgegeben. In den Märztagen 1933 bezog die Rugia die Bude.

Im Sommer 1937 erlitt Rugia durch das Ableben ihres Stifters und Wohltäters Kapfinger einen der schwersten Verluste. Am 12. März 1938 erschien eine SA-Einheit erschien im Verbindungsheim, um eine Heimdurchsuchung vorzunehmen, fand jedoch nichts Belastendes und demolierten alles. Auch eine Hausdurchsuchung in Dr. Lichals Wohnung blieb diesem nicht erspart.

Während der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft, in der jedes Verbindungsleben durch Verbot unmöglich gemacht wurde, hielten die Rugen ihre Zusammenkünfte in dem versteckt liegenden Gasthof Dobesch im Messepalast ab.

 

2. Weltkrieg bis heute

Im Herbst 1945 wurden die Namens- und Satzungsänderungen vorgenommen und Rugia führt seither die Bezeichnung „K.Ö.H.V. Rugia“. Als Verbindungsheim wurde von den Alten Herren Dr. Huber und Pater Leitinger (rezipiert im Untergrund) im Hause des Jesuitenkollegiums am Universitätsplatz ein Raum im Schülerheim zur Verfügung gestellt.

Entsprechend dem Aufblühen der Verbindung zogen wir in die großen Räumlichkeiten in Wien l, Rotenturmstraße 25. Am 3. März 1951 erfolgte die Weihe der Verbindungsräume.

Als 1996 umfangreiche Reparaturarbeiten bei der Bude in der Rotenturmstraße fällig wurden, beschloss man sich auf die Suche nach einer neuen, größeren Bude zu machen. Neben dem Rathaus wurde man fündig und die neu ausgebaute Bude in Wien I, Lichtenfelsgasse 1 wurde  im Herbst 1998 bezogen.

2018 durften wir unseren 110. Geburtstag bei unserem Stiftungsfest gebührend feiern.