KategorieEuropatria

Zeitzeugengespräch Endstation Ausschwitz

Auf Einladung der KPV Thuiskonia Wien im MKV und der KÖHV Rugia erzählte Erich Richard Finsches, eine der letzten KZ-Überlebenden, seine bewegende Geschichte.

Geboren 1927 in eine mittelständische jüdische Familie in Wien, sah er im Alter von 11 Jahren zum letzten Mal seinen Vater, bevor er als Kind ins steirische Eisenerz zur Zwangsarbeit geschickt wurde. Nachdem ihm die Flucht gelang konnte es sich zunächst bis nach Wien durchschlagen und dann weiter nach Ungarn flüchten.

Seine Mitwirkungen beim ungarischen Widerstand war nur von kurzer Dauer – er wurde ins Konzentrationslager Ausschwitz deportiert. Bei der „Selektion“ an der Lagerrampe ist er nur knapp der Gaskammer entronnen. Das Herr Finsches überlebt hat grenzt an ein Wunder. Er wurde in weitere Konzentrationslager überstellt, wo er körperliche Schwerstarbeit zu verrichten hatte. Das Kriegsende erlebte er im KZ-Außenlager Kaufering. Bei der Befreiung wog er nur noch 29 kg.

„Für mich steht immer der Mensch im Vordergrund. Keine Nationalität, keine Hautfarbe, keine Sprache“,
wurde Erich Finsches deutlich. Das gelte für Täter wie Opfer. „Zuviele sind Täter, noch viel mehr aber Mitläufer gewesen.“ Wichtig ist die Botschaft, die mitkommt: „Seid euch darüber im Klaren, dass auch diese Greueltaten damals nicht vom Himmel gefallen sind. Es waren ganz normale Menschen, die im Alltag gehandelt haben – und es liegt immer an uns selbst, unser Handeln an höheren Maßstäben zu messen und es selbst besser zu machen.“

Zeitenwende: 30 Jahre danach

Der Fall des „Eisernen Vorhangs“ vor 30 Jahren und wie es dazu kam, war Thema des „Europacorners“ am 12. November mit zwei Zeitzeugen: Cb. Rainer Stepan v. Leguan (Walth) und Bb. Norbert Stanzel  v. Strizzi (Rg).

Kuleff (Phil-x), Stepan (Walth), Brunner (x), Stanzel und Dillinger

Cb. Leguan berichtete über seine jahrelangen Aktivitäten zur Unterstützung demokratischer Kräfte jenseits des „Eisernen Vorhangs“ seit Ende der 70er Jahre – an einer Schnittstelle zwischen ÖVP,  MKV, ÖCV und JES.  Seine These: Der Zusammenbruch des Kommunismus sei einerseits durch den wirtschaftlichen Niedergang, andererseits aber durch unerschrockene Bemühungen von jahrzehntelang unterdrückten demokratischen Aktivisten erfolgt. Der Westen an sich habe aber damals wie heute viel zu wenig Unterstützung geboten.

Bb. Strizzi, damals Kontaktmann der JVP zur ungarischen Opposition, ergänzte  die Schilderungen durch persönliche Erinnerungen und Anekdoten.