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Month März 2016

Gedanken aus dem Urlaub

Circa 5 Kilometer nordwestlich von Spittal an der Drau liegt die ehemalige Römerstadt Teurnia. Ab 402 n. Chr., also schon zur Zeit der Völkerwanderung, war sie Sitz des Statthalters von Noricum. In der „Vita Severini“ wird sie „metropolis Norici“ genannt. Sie war außerdem bis zu ihrem Untergang Bischofssitz. Der Heilige Severin stand mit Bischof Paulinus von Teurnia in Kontakt. Mit der Einwanderung der heidnischen Slawen um 600 n. Chr. endet auch diese römische Stadt. Die Rechristianisierung der Gegend um Spittal an der Drau erfolgte erst um 760 n. Chr. von Salzburg aus, vermutlich unter Einfluss des bayrischen Herzogs Tassilo III. Heute kann man die Ruinen der römischen Stadt Teurnia sowie Ausgrabungen der Bischofskirche und einer zweiten – möglicherweise arianischen – Kirche vor der ehemaligen Stadt bewundern.

Was das alles mit dem Couleurstudententum und unserer Verbindung zu tun hat, wird sich der Leser fragen? Ich sehe in der unkontrollierten und von der Politik ganz offensichtlich geduldeten, ­ wenn nicht sogar gewollten­ massenhaften Zuwanderung von Menschen aus einem völlig anderen Kulturkreis und mit einer komplett anderen – dem Christentum gegenüber massiv feindlich eingestellten – Religion eine ganz eindeutige Parallele zur damaligen Zeit der Völkerwanderung. Wie Europa heute, war das damalige römische Reich ­ mit seinen kulturellen Errungenschaften, dem freien Miteinander der Menschen, dem Reichtum und seinen Bauten und Straßen ­ ein attraktives Ziel für die barbarischen Stämme der damaligen Zeit. Und genauso wie dazumal das römische Reich in seiner letzten dekadenten Zeit vor dem völligen Untergang, hat auch das heutige Europa nicht mehr die Kraft, den Invasoren Paroli zu bieten. Ich meine damit nicht nur die inzwischen dringend gebotene militärische Verteidigung der Heimat, sondern und vor allem auch das Eintreten für geistige und kulturelle Errungenschaften, Werte und Leistungen.

Die ältesten CV-Verbindungen wurden zu einer Zeit gegründet, in der es Studenten verboten war, einer außerhochschulischen Vereinigung anzugehören. Während und nach den beiden Weltkriegen wurde unsere Rugia mit zum Teil großem persönlichen Einsatz und Opfern am Leben erhalten und wiederaufgebaut. Wir Couleurstudenten leben heute von dem, was unsere Väter geschaffen, aufgebaut und erhalten haben. Wie aber sieht das heute und­ noch wesentlicher – für unsere Zukunft aus? Haben wir den Mut, für anscheinend unzeitgemäß gewordene Werte wie Glaube, Vaterland, Wissenserwerb und Freundschaft einzustehen? Noch bedeutender: diese Werte auch zu leben? Reicht für unseren Glauben schon der Taufschein und die Firmung – viele Jahre zurückliegend? Ein Studium haben fast alle aus unserem Kreis abgeschlossen, aber gleicht unser Leben nicht oftmals dem der „plebs“? Der breiten Masse, die sich mit „panem et circenses“ ruhigstellen lässt, wie auch damals im alten Rom, bis die Eroberer mit brennenden Fackeln vor der Türe standen und es zu spät war? Hauptsache, wir haben unsere Kneipen und unser Bier, alles andere ist mir egal!

Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute.” (Mt 7, 24) Das sagt Jesus im Matthäusevangelium am Ende der Bergpredigt. Wissend, dass es im Glauben des Gottesvolkes nicht auf Lippenbekenntnisse und schöne Worte ankommt, sondern auf real geändertes Leben und auf wirkliches Tun!Farbe tragen, heißt auch Farbe bekennen!“ Das bleiben schöne Worte, solange wir Band und Deckel brav im Plastiksackerl oder im Rucksack herumtragen und erst im geschützten Rahmen der Bude anlegen, wo uns nichts mehr passieren kann.

Ich denke, dass unsere Verbindungen und unser Verband nur dann eine Zukunft haben werden, wenn wir bereit sind, die Werte, zu denen wir uns bekennen, in unserem Leben auch sichtbar zu machen und zu leben. Das bedeutet gleichzeitig auch zu entscheiden, was diesen Werten widerspricht und dazu ein klares und deutliches „Nein!“ zu sagen. Auch Europa wird den eindringenden Massen nur dann standhalten können, wenn es wieder lernt, zu seinen jüdisch-christlichen Wurzeln zu stehen. Seine geistigen und kulturellen Errungenschaften und Werte hochzuschätzen und gegenüber fremden Einflüssen zu verteidigen.

Teurnia ist heute ein Kaff, dessen große römische und christliche Vergangenheit jetzt nur mehr im Museum bewundert werden kann. In anderen christlichen Städten dieser Gegend in Kärnten haben die Bewohner die Gräber der von ihnen geschätzten und verehrten Heiligen geleert und sind in friedlichere Gegenden ausgewandert. Dank der Initiative von außen ist dieses Gebiet heutzutage wieder christlich. Ob es unsere Verbindungen oder den CV in 50 Jahren noch geben wird, weiß ich nicht. Vieles hängt vom entschiedenen und gelebten Bekenntnis ihrer Mitglieder zu ihren Werten ab. Vieles liegt aber auch nicht in unserer Hand.

 

Ich wünsche mir von den Bundesbrüdern den Mut und den Elan, die Werte, zu denen wir uns bekennen, auch im Leben sichtbar umzusetzen. Nur dann werden wir möglicherweise auch eine Zukunft haben.

(von Mag. Peter Jüthner v/o Sir John Falstaff, VSS)

Nachbericht EC „Europäische Sicherheitspolitik“

Dier Europacorner vom 09. März 2016 stand ganz im Zeichen der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Diesmal geladen: Cbr. MMag. Dr. Arnold Heinz Kammel M.A. v/o Don Quijote (Trn!, NdW!, ErG!). Unser geschätzter Cartellbruder hat uns einen hoch spannenden Einblick in die Geschichte und Entwicklungen der europäischen Verteidigungspolitik gegeben und dies anhand von Beispielen mehr als nur deutlich gemacht und Defizite aufgezeigt:

1951 als Idee einer gemeinsamen europäischen Verteidigungsgemeinschaft erdacht, wurden dieses Pläne wenige Jahre später wiederum von Frankreich verworfen, der Krieg hatte zu tiefe Gräben zwischen Frankreich und Deutschland hinterlassen. Die 70er und 80er Jahre der europäischen Union waren dann mehr geprägt vom Ausbau des gemeinsamen Binnenmarktes, weniger von einer gemeinsamen Verteidigungspolitik. Erste Konzepte einer gemeinsamen europäischen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) kamen erst mit der Diskussion um den Vertrag von Maastricht auf. Dies wurde unter der österreichischen Ratspräsidentschaft im Jahre 1998 weiter verfolgt und es kam unter Vorsitz Österreichs zu einem informellen Treffen der Verteidigungsminister auf EU Ebene.

Das größte Hindernis für eine gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik (GSVP) besteht im intergouvernamentalen System, Entscheidung werden nicht von der EU als solche getroffen, viel mehr von den jeweiligen Regierungen der jeweiligen Mitgliedsstaaten, die nicht immer an einem Strang ziehen.

Betrachtet man das große Verteidigungsbündnis NATO, so stellt man schnell fest, dass Mitglieder der EU und selbige der NATO sich partiell überschneiden, aber bei weitem nicht deckungsgleich sind. Erschwerend kommt hinzu, dass von Seiten der NATO Beschlüsse nur einstimmig gefasst werden können und die Türkei als Mitglied sehr genau und gut weiß, an welchen Fäden sie ziehen muss, um das zu erreichen was sie will. Einen weiteren kritischen Punkt stellt auch die so genannte Beistandsverpflichtung dar, die eher nur halbherzig von den EU Mitgliedsstaaten, die sich in der NATO befinden exekutiert wird. Das Problem Europas besteht gemäß Christopher Hill in der „Capability Expectation Gap“. Ist- und Soll Zustand einer GSVP in der EU klaffen weit auseinander und die Kluft wird nicht kleiner.

Viele Krisenherde rings um uns herum machen es aber mehr denn je notwendig, eine GSVP tunlichst umzusetzen: Das Nord-Süd Gefälle in Afrika, der mehrheitlich arabisch muslimisch geprägte Norden vs. der mehrheitlich christlich geprägte Süden. Oder auch der Daesh in Lybien. Nicht nur Lybien, auch Syrien ist weit entfernt von einer friedlichen Zukunft. Denkt man noch an all die ganzen Stellvertreter kriege und die damit verbundenen Stammeskulturen in eben diesen Regionen, kann Europa sich wirklich glücklich schätzen, muss sich aber seiner Verantwortung in politischer und humanitärer Sicht bewusst werden.

Das größte Problem der EU besteht nach Meinung von Don Quijote darin, dass sich die EU über Werte und nicht über Interessen definiert, was es schwierig macht, als global Player auf dem internationalen Parkett bestehen zu können.“Was könnte Europa sein, wenn es wüsste, was es wollte“. Europa muss künftig weg vom Prinzip der Einstimmigkeit hin zu Mehrheitsentscheidungen und mit einer Stimme geschlossen auftreten.

Die mit Abstand größte Challenge der EU wird aber mittelbar im demographischen Wandel rings um sie herum bestehen, denken wir an die demographische Entwicklung in Afrika sowie die jetzigen Flüchtlingsströme nach Europa. Ganz nach dem Motto: „“Mass matters at the end of the day“.

 

Bundesbrüder und Kartellschwestern bei der angeregten Diskussion.

Bundesbrüder und Kartellschwestern bei der angeregten Diskussion.

Antrittskneipe mit e.v. C.Ö.St.V. Arcadia Wien

 

Der Semesterantritt eines neuen Chargenkabinettes will würdig begangen werden.

Nicht alle Tage kommt es vor, dass ein Absolvent der veterinärmedizinischen Universität das Seniorat antritt. Für alle Interessierten: Es handelt sich hierbei um Bbr. Ludovicus, der im Jänner dieses Jahres seinen Masterabschluss in Biomedizin und Biotechnologie beging. Umso feierlicher, denkt man an die Gründung unserer Rugia an der damals tierärztlichen Hochschule im Jahre 1908.

Dementsprechend wurde für Freitag, den 4. März zur gemeinsamen Antrittskneipe e.v. K.Ö.H.V. Rugia Wien und e.v. C.Ö.St.V. Arcadia Wien in die Lichtenfelsgasse 1 geladen.

Besonders hat sich Senior über die Anwesenheit einiger Bundesbrüder der AV Hansea Berlin zu Köln gefreut, deren Band er nun ein Semester lang tragen darf und die diesen weiten Weg nach Wien zu uns auf die Bude gefunden haben. Es war eine insgesamt gut gelungene Kneipe mit einer Bombenanwesenheit. So viele alte Herren wie schon lange nicht mehr konnten auf die Bude geholt werden, viele neue Kontakte wurden geknüpft.

Weiters war es dem Aktiven-ChC eine große Freude, bei der Kneipe das erste Mal unseren neu gewählten Philistersenior, Bbr. Bit, begrüßen zu dürfen. Bbr. Paccard war so großzügig, uns ein Fass Freibier zu spendieren, ganz im Sinne einer gepflegten Unterhaltungskultur unter Couleurstudenten. Gut 40 Personen und mehr konnten an diesem Abend gezählt werden, dies hat manche Erwartungen bei weitem übertroffen. Der angehende Senior weiß dieses Vertrauen sehr zu schätzen und wird sein Bestes geben, dieses Semester zum Erfolg zu bringen.

Nach der Kneipe ist vor der Kneipe, nämlich der Sponsionskneipe. Diese wird am 15. April, in etwas mehr als einem Monat, stattfinden.

Das Chargenkabinett des Sommersemesters 2016 wünscht allen Cartell- und Bundesbrüdern einen gelungenen Start ins Semester und freut sich schon auf die nächste anstehende Kneipe.

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Viele Bundesbrüder hatte den Weg auf die Bude gefunden